Ausgezeichnete Grundlagenforschung: Exzellente Wissenschaftlerinnen aus ganz Österreich erhielten im Wiener Museumsquartier nicht nur ihre FWF-Urkunden, sondern tauschten sich über Frauenkarrieren in der österreichischen Wissenschaft aus. © FWF/Luiza Puiu

Im vergangenen Jahr konnten 49 Forscherinnen in den FWF-Karriereprogrammen ESPRIT, Hertha Firnberg und Elise Richter reüssieren. Auf Einladung des FWF kamen sie und zahlreiche weitere erfolgreiche Forscherinnen im Wiener Museumsquartier zusammen, um ihre Auszeichnung entgegenzunehmen und sich über Frauenkarrieren in der Wissenschaft auszutauschen.

Im vergangenen Jahr konnte der FWF insgesamt 49 Forscherinnen in der Postdoc- und Senior-Postdoc-Phase mit einer ESPRIT-, Elise-Richter und Hertha-Firnberg-Karriereförderung unterstützen. Wissenschaftsminister Martin Polaschek unterstreicht die hervorragenden Leistungen der vom Wissenschaftsfonds FWF geförderten Forscherinnen. „Die Förderung von Frauen in der Wissenschaft ist dem Wissenschaftsministerium und dem FWF ein besonderes Anliegen. Es geht darum, allen Forschenden faire Chancen zu bieten und vielfältige Karrierewege bestmöglich zu unterstützen. Die FWF-Programme leisten hier einen wertvollen Beitrag und bieten Frauen attraktive Fördermodelle“, so der Wissenschaftsminister.

„Es ist uns allen ein gemeinsames Anliegen, den Anteil von Frauen in Österreichs Spitzenforschung weiter zu erhöhen und an den Institutionen den Kulturwandel hin zu mehr Geschlechtergerechtigkeit auf allen Ebenen zu fördern“, erklärt Barbara Weitgruber, für Forschung verantwortliche Sektionschefin im  Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung (BMBWF), in ihrem Eröffnungsstatement bei der Auszeichnungsfeier des FWF im Museumsquartier Wien.

„Die Zeit vor und nach dem Postdoc ist speziell für die Karrierewege von Frauen von entscheidender Bedeutung. In dieser Phase kommt es zu den meisten Drop-outs aus der Wissenschaft. Aus diesem Grund versuchen wir mit unseren Karriereprogrammen und den darin enthaltenen Angeboten, gezielt Frauen zu ermöglichen, in der Wissenschaft Fuß zu fassen. Und wie wir heute sehen, mit Erfolg“, so FWF-Präsident Christof Gattringer bei der Übergabe der Auszeichnungen.

„An so einem Abend sind wir Forscherinnen zu Recht stolz auf unsere Leistungen. Gleichzeitig ist uns allen bewusst, dass noch viele Schritte nötig sind, um Karrieren in der Wissenschaft zu entprekarisieren und um langfristigere Perspektiven zu bieten. Ich appelliere an alle Verantwortlichen, die strukturellen Rahmenbedingungen im Postdoc-Bereich weiter zu verbessern“, erklärte die Literaturwissenschaftlerin Sandra Mayer stellvertretend für die Preisträgerinnen bei ihrem abschließenden Statement im Museumsquartier Wien. 

Einen Überblick über alle 2021 ausgezeichneten Forscherinnen finden Sie hier (pdf, 81KB).

Vernetzung und Mentoring im Museumsquartier Wien

Um Erfolgsrezepte, Learnings und die Zukunft der Förderung weiblicher Karrieren in der Wissenschaft drehten sich die Gespräche beim Expertinnen-Networking im Anschluss an die Übergabe der Förderurkunden am 23. Mai 2022. Hauptthemen der Gespräche waren die Herausforderungen im Bereich der Gleichstellung und Wege, wie sich gläserne Decken durchbrechen lassen. Renommierte Wissenschaftlerinnen gaben Einblick in ihre Erfahrungen und tauschten sich intensiv mit den frisch geförderten Kolleginnen aus. Vieles ist geschafft, aber das Ziel einer Gleichstellung auf allen Ebenen ist noch lange nicht erreicht, so der Tenor aus den Gesprächsrunden.

Mit der Veranstaltung leistet der FWF einen Beitrag, um die Vernetzung exzellenter Forscherinnen in Österreich nachhaltig zu stärken. Die jährliche Auszeichnung und das Networking sind Teile zahlreicher Aktivitäten und Maßnahmen, um Frauen bestmöglich zu fördern und sichtbar zu machen. Dazu zählen beispielsweise gendergerechte Richtlinien, die Berücksichtigung der Chancengleichheit im Entscheidungsverfahren oder der Know-how-Transfer durch begleitende Mentorings.

Bildergalerie von der Vergabefeier aus dem Museumsquartier Wien

Zahlen und Statistiken zur Frauenförderung in den FWF-Karriereprogrammen 

Im 2021 gestarteten Karriereprogramm ESPRIT, das sich speziell an Postdocs wendet, reichten bis dato 188 Forschende Anträge im Umfang von 56 Millionen Euro ein. 52 Forschende wurden im Umfang von 15,4 Millionen Euro gefördert, davon 26 Frauen (50 Prozent). Im Elise-Richter-Programm, dem Senior-Postdoc-Förderangebot für Frauen, reichten im vergangenen Jahr 73 Forscherinnen Anträge im Volumen von 23,5 Millionen Euro ein. Davon konnte der FWF die Projekte von 20 Forscherinnen im Umfang von 6,1 Millionen Euro bewilligen. Im mittlerweile ausgelaufenen Hertha-Firnberg-Programm reichten 2021 noch 80 Forscherinnen Anträge mit einem Volumen von 19,7 Millionen Euro ein, für 20 Projekte im Umfang von 4,9 Millionen Euro konnte der FWF eine Förderung vergeben. Ausführliche Statistiken finden Sie hier online.

ESPRIT-Programm mit frauenspezifischen Maßnahmen

Das nach einem breiten Konsultationsprozess im April 2021 neu gestaltete Karriereprogramm ESPRIT beinhaltet mehrere frauenspezifische Maßnahmen. Der Frauenanteil lag in der ersten Bewilligungsrunde bei 50 Prozent in diesem hochkompetitiven Programm, das Männern und Frauen offensteht. Die Hälfte der Projektförderungen wird an Frauen vergeben, Mentoring und Karriereentwicklungsangebote für Projektleiterinnen und frauenspezifische Begleitmaßnahmen sind fix implementiert und werden extern evaluiert, erste Ergebnisse der Evaluation werden Ende 2022 vorliegen.


Weiterführende Informationen

Gender-Mainstreaming im FWF 
Statistiken und Gender-Daten zu allen FWF-Programmen 
ESPRIT-Karriereprogramm
Richter-Karriereprogramm

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