Mosaikabbildung der TeilnehmerInnen der virtuellen Veranstaltung
Networking-Premiere via Zoom: 140 Forscherinnen aus ganz Österreich tauschten sich zuerst im Plenum und dann in kleineren Breakout-Sessions aus.

In den letzten beiden Jahren konnten 85 Forscherinnen in den FWF-Karriereprogrammen Elise Richter und Hertha Firnberg reüssieren. Auf Einladung des FWF kamen sie und zahlreiche weitere erfolgreiche Forscherinnen zusammen, um sich über Frauenkarrieren in der Spitzenforschung auszutauschen.

„Weniger Gremien, weniger Lehre, mehr Auftritte“, empfiehlt die Soziologin und Gleichstellungsforscherin Jutta Allmendinger. „Ein Mann sagt zu jedem Interview sofort ja, noch bevor er weiß, worum es geht. Frauen sind da viel zögerlicher“, berichtet die Journalistin Corinna Milborn aus dem Medienalltag. „Die eigenen Ziele nicht aus den Augen verlieren und sich nicht unterbrechen lassen“, legt die Informatikerin Silvia Miksch von der TU Wien ihren zahlreichen Kolleginnen aus ganz Österreich ans Herz.

Um die Erfolge, den Status quo und die Zukunft der Förderung weiblicher Karrieren in der Spitzenforschung drehte sich die FWF-Netzwerkveranstaltung „Frauen in der Spitzenforschung – Auszeichnung und Networking“. Neben Jutta Allmendinger, Corinna Milborn und Silvia Miksch steuerten Karin Harrasser (Kunstuni Linz), Sylvia Knapp (MedUni Wien), Stefanie Widder (Uni Wien) und Barbara Zimmermann (FWF) ihre Expertise und Erfahrungen bei. Hauptthemen der Gespräche waren die Hürden und Herausforderungen im Bereich der Gleichstellung und Diversity in der Spitzenforschung. Vieles ist geschafft, aber das Ziel einer Gleichstellung auf allen Ebenen ist noch lange nicht erreicht, so der Tenor aus den virtuellen Gesprächsrunden.

Auszeichnung der Firnberg- und Richter-Stelleninhaberinnen

Zu Beginn der Veranstaltung stellten Barbara Weitgruber, Sektionschefin im BMBWF, und Gregor Weihs, interimistischer FWF-Präsident, alle 85 Stelleninhabenden aus dem Hertha-Firnberg- und Elise-Richter-Programm der letzten beide Jahre vor und gratulierten zur Auszeichnung. Einen Überblick über alle 2019 und 2020 ausgezeichneten Forschenden finden Sie hier (pdf, 81KB).

Neues ESPRIT-Programm: Frauen langfristige Perspektiven bieten

Im Bereich der FWF-Nachwuchsförderungen ist die Beteiligung von Frauen mittlerweile annähernd so groß wie die der Männer, in der Bilanz über das gesamte Portfolio hinweg reichen aber immer noch mehr Männer als Frauen ein. Generell sind die Erfolgsquoten zwischen Frauen und Männern in den meisten Programmen ausgeglichen, einzig der Männerüberhang in Naturwissenschaften und Technik bewirkt in der Gesamtbetrachtung eine etwas höhere Bewilligungsquote für Männer. Im Bereich der Postdoc-Förderung haben Frauen die Männer längst egalisiert, mit dem neuen ESPRIT-Programm möchte der FWF dieses Potenzial exzellenter Forscherinnen weiter ausbauen und Ihnen bestmögliche Bedingungen in der Spitzenforschung geben. „Mit den neuen ESPRIT-Förderungen möchten wir dazu beitragen, Frauen noch besser als bisher an Forschungsstätten zu verankern“, so Gregor Weihs.

Wissenschaftsminister Faßmann: Gesamtes Potenzial entfalten

Wissenschaftsminister Heinz Faßmann betont anlässlich der Netzwerkveranstaltung das vorhandene Potenzial exzellenter Forscherinnen und Forscher. „Unser erklärtes Ziel ist die Etablierung eines neuen Leistungsverständnisses, in dem auch lebensphasenbezogene Umstände, wie beispielsweise eine Karenz, künftig stärkere Berücksichtigung finden“, so Faßmann. „Denn nur wenn es uns gelingt, das gesamte Potenzial an Forscherinnen und Forschern auszuschöpfen, können wir den Forschungsstandort Österreich effektiv weiterentwickeln, dauerhaft an der internationalen Spitze etablieren und die wissenschaftliche Qualität der Forschung kontinuierlich steigern. Die FWF-Programme leisten hier einen enorm wichtigen Beitrag“, zeigt sich der Wissenschaftsminister überzeugt.

Vernetzung und Mentoring

Mit der Veranstaltung leistet der FWF einen Beitrag, um die Vernetzung exzellenter Forscherinnen in Österreich nachhaltig zu stärken. Die jährliche Auszeichnung und das Networking sind Teile zahlreicher Aktivitäten und Maßnahmen, um Frauen in der Spitzenforschung bestmöglich zu fördern und sichtbar zu machen. Dazu zählen beispielsweise gendergerechte Richtlinien, die Berücksichtigung der Chancengleichheit im Entscheidungsverfahren oder der Know-how-Transfer durch begleitende Mentorings. Die nächste Auszeichnung für Frauen aus dem künftigen ESPRIT-Programm ist für Frühjahr 2022 geplant.

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