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Karrierprogramme News
Karriereförderung mit Esprit: Im April 2021 startet die neue FWF- Karriereförderung für Postdocs.

Ein höheres Förderungsbudget, längere Projektlaufzeiten und ganzjährige Einreichungen – ab April 2021 steht hoch qualifizierten Postdocs unter dem Titel ESPRIT ein verbessertes Angebot zur Förderung ihrer wissenschaftlichen Karriere zur Verfügung. ESPRIT zielt darauf ab, Forschende bestmöglich in ihrer Karriereentwicklung zu unterstützen, sie in der österreichischen Spitzenforschung zu verankern und die Gleichstellung und Vielfalt weiter voranzubringen.

Bis 11. Dezember läuft noch die aktuelle Hertha-Firnberg-Ausschreibung, ab April 2021 bietet der Wissenschaftsfonds FWF mit ESPRIT („Early Stage Programme: Research, Innovation, Training“) ein verbessertes Programm für die Karriereförderung von Postdocs an. Sowohl das Hertha-Firnberg- als auch das Lise-Meitner-Programm werden in das neue Angebot übergeführt. Der Umstellung ist ein intensiver Konsultationsprozess mit mehreren Stakeholder-Gruppen vorausgegangen, dessen Ergebnisse unmittelbar in das Design der neuen Karriereförderung eingeflossen sind.

Höheres Förderungsbudget, längere Laufzeiten und ganzjährige Einreichungen

ESPRIT ist darauf ausgerichtet, den Förderungsbedarf von Postdocs aus allen Wissenschaftsfeldern in einem gemeinsamen Programm zu adressieren, um sie unabhängig von ihrer Disziplin bestmöglich an Österreichs Universitäten und Forschungsstätten zu verankern.

Die Möglichkeit der ganzjährigen Einreichung, die höhere Flexibilität im Einsatz der Förderungsmittel, einheitliche Antragsvoraussetzungen und insgesamt mehr Budgetmittel für die Karriereförderung im Early-Stage-Bereich bringen Vorteile für alle Antragstellenden mit sich. Durch die ganzjährige Einreichmöglichkeit können Karrieren rascher gefördert werden – ein gerade für Postdocs wichtiger Aspekt in der Karriereplanung. Die Laufzeit der Forschungsprojekte, die bisher beim Lise-Meitner-Programm zwei Jahre betrug, umfasst in Zukunft drei Jahre. Die projektspezifischen Mittel werden erhöht und können innerhalb eines Globalbudgets flexibel eingesetzt werden. Um die wissenschaftliche Eigenständigkeit der Forschenden zu unterstreichen, setzt ESPRIT auf Mentor/inn/en, die die Forschenden in ihrer langfristigen Karriereentwicklung beraten und nachhaltig unterstützen.

Das neue Programm zielt darauf ab, die besten und kreativsten Wissenschaftler/innen aus dem In- und Ausland zu gewinnen und Österreichs Forschungsstätten mit Forschungsprojekten von exzellenter Qualität zu stärken. Die Zusammenführung der Postdoc-Programme soll ein einheitlich hohes Renommee für alle Geförderten schaffen.

Die Neuerungen im ESPRIT-Programm im Überblick

ESPRIT-ProgrammBisherige Programme (Lise-Meitner und Hertha-Firnberg)
Volumen:rund 20 Millionen Euro pro Jahrrund 13 Millionen Euro pro Jahr
Höhe:Förderung der Personalkosten für die Projektleitung sowie bis zu 25.000 € projektspezifische Kosten pro Jahr Förderung der Personalkosten für die Projektleitung sowie bis zu 12.000 € projektspezifische Kosten pro Jahr

Flexibilität:Globalbudget bei laufenden Projekten mit der Möglichkeit, Mittel umzuwidmenwenig Flexibilität bei der Umwidmung von Personal- und Sachmittelkosten
Einreichungen:ganzjährige Einreichung und dadurch schnellere Förderung sowie im Fall einer Ablehnung schnellere Möglichkeit der Neuplanungzwei Ausschreibungen pro Jahr (im Hertha-Firnberg-Programm)
Territorialität:kein Territorialitätsprinzip, dafür Antrag über österreichische Forschungsstätte (PROFI-Förderung)mit Territorialitätsprinzip
Laufzeit:bis zu 36 Monate für alle Geförderten24 Monate (Meitner), 36 Monate (Firnberg)

Nächster Schritt zur Frauenförderung und Gleichstellung

Wenngleich ESPRIT Frauen und Männern offensteht, legt das Programmdesign großes Augenmerk auf die Förderung weiblicher Karrieren. In allen Programmphasen, von der Antragsstellung über die Entscheidungsfindung bis zur Projektdurchführung, sind unterschiedliche Maßnahmen implementiert, um Gleichstellung sicherzustellen. Dazu zählen beispielsweise transparente, nachvollziehbare Begutachtungskriterien, die auch die persönlichen Lebensumstände von Forschenden mitberücksichtigen, budgetäre Vorkehrungen wie die Reservierung der Hälfte der Projektförderungen für Frauen sowie die Intensivierung der im Firnberg-Programm bewährten frauenfördernden Begleitmaßnahmen.

Mit der Weiterentwicklung seiner Karriereförderung geht der FWF als eine der letzten Förderungsorganisationen Europas von separierten Frauenförderungsprogrammen ab.

Dieser Schritt resultiert aus den Erfahrungen und Erfolgen von zwei Jahrzehnten gezielter Frauenförderung. Die bereits bestehende hohe Anzahl an Frauen in diesem Karrieresegment macht diesen Schritt jetzt möglich. Das Programmdesign orientiert sich nicht nur an den Empfehlungen der Konsultationsgruppen, sondern auch an jenen von zahlreichen Gleichstellungs-Expert/inn/en sowie an internationalen Studien und Erfolgsbeispielen.

„Für den Wissenschaftsfonds FWF ist das ESPRIT-Programm, aufbauend auf den Erfahrungen der Vergangenheit, der nächste logische Schritt in der Karriereförderung. Diese Weiterentwicklung wird es mehr Frauen künftig möglich machen, eine langfristige Perspektive in der Spitzenforschung zu bekommen“, betont FWF-Präsident Klement Tockner. „Zugleich ist uns bewusst, dass langfristig nur durch gemeinsame Anstrengungen von Forschungsstätten, Forschungspolitik und dem FWF Vielfalt und Gleichstellung in der Forschungslandschaft weiter ausgebaut werden können und somit zu einer Selbstverständlichkeit werden.“


Die ESPRIT-Maßnahmen zur Frauenförderung im Überblick

  • Frauenförderung in der Antragsphase
    • Informations- bzw. Beratungsveranstaltungen speziell für Wissenschaftlerinnen in unterschiedlichen Formaten
    • Gendergerechte Richtlinien für Lebensläufe und transparente Begutachtungskriterien

  • Frauenförderung in der Entscheidungsphase
    • Berücksichtigung der Chancengleichheit im Entscheidungsverfahren: transparente und nachvollziehbare Begutachtungskriterien, Sensibilisierung der Gutachter/innen und Antibias-Schulung der Entscheidungsgremien
    • Externe Evaluierung der Programmimplementierung und des Entscheidungsverfahrens in Bezug auf Chancengleichheit durch internationale Expertinnen und Experten (Projekt „GRANTeD“)
    • Hälfte der Projektförderungen für Frauen
    • Bei gleicher Qualifikation und gleicher Qualität Bevorzugung der Anträge von Frauen

  • Frauenförderung in der Projektphase
    • Know-how-Transfer und Visibility-Maßnahmen durch laufende Mentorings, Workshops und Netzwerktreffen
    • Kinderpauschalen bis zum dritten Geburtstag des Kindes bei Vollzeitbeschäftigung der Projektleiterin

Externe Evaluierung begleitet die Umstellung

Die Implementierung des neuen Programms wird unter der Leitung von Joanneum Research (Projekt „GRANTeD“) mit Fokus auf die Themen Chancengleichheit und Genderbias im Peer-Review- und Entscheidungsverfahren wissenschaftlich begleitet. Darüber hinaus erfolgt ein regelmäßiges Monitoring des Frauenanteils an den beantragten und bewilligten Projekten und der Bewilligungsquoten.

Weitere Informationen zum neuen ESPRIT-Karriereprogramm, den Antragsvoraussetzungen und Förderungskriterien finden Sie hier:

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