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Die Zusammenarbeit zwischen Land Südtirol und dem FWF zeigt Früchte: Das Forscherduo Hannes Schuler (Freie Universität Bozen) und Christian Stauffer (BOKU Wien) erhielt als erstes bilaterales Team eine gemeinsame Joint-Projects-Förderung. In ihrem Vorhaben erkunden die Forschenden aus Bozen und Wien mittels Genomanalyse neue Wege, Obstbäume vor der schädlichen Apfeltriebsucht zu schützen. Land Südtirol und FWF investieren je knapp 300.000 Euro in das Kooperationsprojekt.

Das 2018 unterzeichnete Abkommen zwischen der Südtiroler Landesverwaltung und dem Wissenschaftsfonds FWF bietet Südtiroler Forschungseinrichtungen die Möglichkeit, mit österreichischen Forscherinnen und Forschern gemeinsame Forschungsprojekte durchzuführen. Seit Jänner 2019 wurden insgesamt elf Anträge beim FWF eingereicht. Hannes Schuler und Christian Stauffer sind die ersten Forscher aus Südtirol und Österreich, die im Rahmen der Joint Projects eine Finanzierung erhalten haben. Für das bilaterale Forschungsprojekt haben das Land Südtirol und der FWF je knapp 300.000 Euro zur Verfügung gestellt.

Grenzüberschreitende Spitzenforschung weiter stärken

„Grenzüberschreitende Kooperation, international begutachtete Exzellenz und Flexibilität in den Verfahren – dafür steht dieses gemeinsame Programm. Ich bin froh, dass Forscherinnen und Forscher hier einen Rahmen vorfinden, der Ihnen ermöglicht, gemeinsam wirksame Forschung zu betreiben und gratuliere den beiden Forschern zum Projektstart. Diese Kooperation kann als weiterer Mosaikstein in einer langen Tradition unser ausgezeichneten Nachbarschaftsbeziehung gesehen werden“, so Bundesminister Heinz Faßmann. 

Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher erklärt: „Die Unterstützung der Forschung in unseren Exzellenzbereichen ist ein entscheidendes Instrument zur Positionierung Südtirols auf einer zunehmend internationalen Ebene. Ein wissenschaftliches Umfeld, das in der Lage ist, akademische Ergebnisse auf hohem Niveau zu erzielen, wirkt sich auf die Wirtschaft positiv aus, trägt zur Entwicklung des Gebietes bei und zieht zudem Talente an.“

„Wir freuen uns, mit der Südtiroler Landesverwaltung einen Partner zu haben, um das gemeinsame Potenzial in der Spitzenforschung weiter zu heben und nachhaltig zu fördern“, unterstreicht FWF-Präsident Klement Tockner.

Sowohl auf der Ebene der Studierenden, aber auch unter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern pflegt Südtirol mit Österreich seit Jahren eine enge Zusammenarbeit.

Genomanalyse zum Schutz von Apfelbäumen

„Das Projekt heißt FIGHToplasma und wird drei Jahre lang die Vermehrung von Phytoplasmen untersuchen, die für die Apfeltriebsucht verantwortlich sind“, erklärt Hannes Schuler, Experte für bakterielle Genomik an der Freien Universität Bozen. Neben Christian Stauffer von der Universität für Bodenkultur in Wien gehören der Gruppe auch Forschende der Universität Turin, des Versuchszentrums Laimburg und der Edmund-Mach-Stiftung in San Michele all’Adige an.

Mithilfe eines innovativen Systems wird das Genom von Insekten, der darin lebenden Bakterien und der Phytoplasmen analysiert, die für die Ansteckung verantwortlich sind. Ziel des Projektes ist es herauszufinden, ob die Übertragung von Phytoplasmen vom Genotyp des Insekts, dessen Bakterien oder vom Phytoplasma-Stamm abhängt. Nach einer ersten Analysephase wird die Verbreitung der Krankheit an lebenden Pflanzen im Labor untersucht.

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