Open Access für Referierte Publikationen

Für begutachtete Publikationen in wissenschaftlichen Zeitschriften, auf Open-Access-Plattformen, in Sammelbänden oder Proceedings aus FWF-Projekten, die vor dem 01.01.2021 bewilligt wurden, gelten folgende Open-Access-Richtlinien (pdf, 89KB).

Für begutachtete Buchveröffentlichungen wie Monografien, Sammelbände etc. gelten die Open-Access-Richtlinien, wie sie in den Antragsrichtlinien für das Programm „Selbstständige Publikationen“ formuliert sind.

Die folgenden Open-Access-Richtlinien gelten für begutachtete Publikationen aus FWF-Projekten, die nach dem 31.12.2020 bewilligt wurden:

I. Open-Access-Optionen

Gemäß der Berlin Declaration und Plan S der cOAlition S verpflichtet der FWF alle ProjektleiterInnen und Projektbeteiligten, ihre begutachteten Publikationen, die gänzlich oder teilweise aus vom FWF geförderten Projekten hervorgegangen sind, im Internet open access zugänglich zu machen.

Es stehen drei Open-Access-Publikationsmöglichkeiten zur Verfügung:

Option 1: Veröffentlichung in einem Open-Access-Publikationsmedium (Gold Open Access)

Der offene Zugang zu Publikationen kann durch direkte Veröffentlichung in einem Open-Access-Publikationsmedium (z. B. wissenschaftliche Zeitschrift, Publikationsplattform) gewährleistet werden. Für die Veröffentlichung muss in jedem Fall die „Creative Commons Attribution CC BY“-Lizenz1 (oder eine gleichwertige freie Lizenz) verwendet werden. Zeitschriften und Publikationsplattformen müssen im Directory of Open Access Journals (DOAJ) gelistet sein und die technischen Anforderungen von Plan S erfüllen. Bei wissenschaftlichen Beiträgen in Sammelbänden muss das Peer-Review-Verfahren auf der Website des Publikationsmediums transparent dargelegt werden.

Die Veröffentlichung in einem Open-Access-Publikationsmedium kann die Zahlung einer Gebühr an den Verlag erfordern, siehe IV. Publikationskosten.

Option 2: Veröffentlichung in einem transformativen Open-Access-Publikationsmedium (Hybrid Open Access)

AutorInnen können einzelne Beiträge2 in Subskriptionszeitschriften open access veröffentlichen. Dies ist möglich, wenn zwischen dem Verlag und dem FWF und/oder einer österreichischen Forschungseinrichtung eine transformative Open-Access-Vereinbarung besteht (siehe Liste der Vereinbarungen) oder die Zeitschrift eine transformative Open-Access-Zeitschrift gemäß den Kriterien von cOAlition S ist. Für Publikationen muss in jedem Fall die „Creative Commons Attribution CC BY“-Lizenz (oder eine gleichwertige freie Lizenz) verwendet werden.

Option 3: Archivierung des akzeptierten Manuskripts mit einer „CC BY“-Lizenz (Green Open Access)

Open Access kann auch durch die Selbstarchivierung der vom Verlag akzeptierten Version (accepted manuscript) in einem registrierten Repositorium, das im Directory of Open Access Repositories (OpenDOAR) gelistet ist und die technischen Anforderungen von Plan S erfüllt, erreicht werden. Die Selbstarchivierung muss zum Zeitpunkt der Publikation (ohne Embargofrist) erfolgen und in jedem Fall muss die „Creative Commons Attribution CC BY“-Lizenz (oder eine gleichwertige freie Lizenz) verwendet werden.

II. Vorgehensweise

Um die Einhaltung der Open Access Policy des FWF zu gewährleisten, müssen AutorInnen folgende Schritte umsetzen:

1. Verwendung des Journal Checker Tool

Mit dem „cOAlition S Journal Checker Tool“ sollte geprüft werden, ob ein Publikationsmedium mit der Open Access Policy des FWF konform ist und welche der oben genannten Optionen Sie nutzen können – siehe https://journalcheckertool.org/.

2. Acknowledgement und Copyright

Der folgende Text muss in allen Publikationen bei der Einreichung enthalten sein:

„This research was funded in whole, or in part, by the Austrian Science Fund (FWF) [Grant number]. For the purpose of open access, the author has applied a CC BY public copyright licence to any Author Accepted Manuscript version arising from this submission.“3

Um die Einhaltung der Open Access Policy des FWF zu gewährleisten, muss auf alle Einreichungen bei begutachteten Zeitschriften eine „Creative Commons Attribution CC BY“-Lizenz angewendet werden.

III. Archivierung

Unabhängig von der gewählten Open-Access-Option (siehe I. Open-Access-Optionen) muss die Publikation ab dem Publikationszeitpunkt vom Verlag oder den AutorInnen zur langfristigen Archivierung auf einem Repositorium hinterlegt werden. Hierfür können entweder institutionelle oder disziplinspezifische Repositorien gewählt werden (siehe Verzeichnis der Open-Access-Repositorien OpenDOAR).

Bei Publikationen aus dem Bereich Life Sciences (oder verwandten Themenbereichen) sind die AutorInnen verpflichtet, ihre referierten Publikationen auf dem Repositorium „Europe PMC“ frei zugänglich zu machen. Davon betroffene Projekte werden von Europe PMC gesondert per E-Mail informiert.

IV. Publikationskosten

In allen FWF-Programmen können Kostenanträge für begutachtete Publikationen in wissenschaftlichen Zeitschriften, auf Publikationsplattformen, in Sammelbänden, Proceedings etc. bis zu drei Jahre nach Projektende gestellt werden, sofern sie der Open Access Policy des FWF und den Richtlinien für „Referierte Publikationen“ entsprechen.

Eine Finanzierung der Kosten für andere referierte Publikationsformate wie Monografien, ganze Proceedings oder Sammelbände, wissenschaftliche Datenbanken und andere webbasierte Formate kann über das Programm „Selbstständige Publikationen“ beantragt werden.

V. Dokumentation

Die Open-Access-Aktivitäten und die Einhaltung der Open Access Policy müssen im Endbericht an den FWF dokumentiert werden. Dies erfolgt mittels eines Persistent Identifier, über den der Volltext der Publikation eingesehen, gelesen und heruntergeladen werden kann. Weitere Informationen finden Sie unter Forschungsdokumentation.

VI. Weitere Outputs

Für Informationen bezüglich Open Access bei weiteren Forschungsoutputs siehe Open Access Policy für Forschungsdaten.

1 In Ausnahmefällen ist auch die „CC BY-ND“-Lizenz gestattet, wenn dies vom FWF genehmigt wurde. 

2 Als Ausnahme gilt, dass bis 2024 bei wissenschaftlichen Beiträgen in Sammelbänden oder bei Buchkapiteln, die nicht Teil transformativer Vereinbarungen/Zeitschriften sind, das Peer-Review-Verfahren auf der Website des Publikationsortes transparent dargestellt werden muss.

3 Für Publikationen auf Deutsch: „Diese Forschung wurde gänzlich oder teilweise durch den Wissenschaftsfonds (FWF) finanziert [Projektnummer]. Zum Zweck des freien Zugangs hat der/die AutorIn für jedwede akzeptierte Manuskriptversion, die sich aus dieser Einreichung ergibt, eine „Creative Commons Attribution CC BY“-Lizenz vergeben.“